
Foto-Story mit Lars
Inklusion in der Wildnis.
Eine Beobachtung über Zugehörigkeit im Tarangire-Nationalpark.
TARANGIRE-NATIONALPARK · TANSANIA
Mitten in der Gemeinschaft
Ein junger Pavian mit sichtbar fehlgebildeten Vorderarmen – und eine Gruppe, in der er selbstverständlich seinen Platz hat.

Im Tarangire-Nationalpark fiel mir innerhalb einer Paviangruppe ein junges Tier auf. Seine Vorderarme waren deutlich anders entwickelt. Was zunächst wie eine Einschränkung wirkte, erzählte beim längeren Beobachten eine zweite Geschichte.
Das Jungtier befand sich mitten in der Gruppe. Es wirkte gut genährt und bewegte sich in einer Gemeinschaft, deren Schutz und soziale Nähe für junge Paviane entscheidend sind. Das Bild erlaubt keine medizinische Diagnose – aber es zeigt sichtbar, dass Anderssein in dieser Gruppe nicht gleichbedeutend mit Ausgrenzung war.
Ein körperlich eingeschränktes Tier kann in der Wildnis besonders gefährdet sein. Umso stärker war für mich dieser Augenblick: Dieses Jungtier war nicht zurückgelassen. Es war Teil der Gruppe, wirkte versorgt und durch die Gemeinschaft geschützt. Für mich liegt darin eine berührende Botschaft – eine Gemeinschaft zeigt ihre Stärke auch darin, dass sie diejenigen mitträgt, die nicht alles allein bewältigen können.
Die Gemeinschaft sorgt für alle – auch für diejenigen, die nicht alles allein schaffen.

DER ZWEITE BLICK
Vom Motiv zur Geschichte
In einer großen Tiergruppe wandert der Blick zuerst zu Bewegung, Gesichtern und Nähe. Erst beim Innehalten wird das einzelne Tier sichtbar. Genau darin liegt eine Stärke der Fotografie: Sie hält einen Moment fest, der später noch einmal und genauer gelesen werden kann.
AUFNAHME
Technik hinter dem Moment
- Kamera
- Nikon Z 7
- Objektiv
- NIKKOR 70–200 mm f/2.8
- Brennweite
- 200 mm
- Blende
- f/2.8
- Verschlusszeit
- 1/1600 s
- Bildidee
- Übersicht und Detail als zusammengehörige Serie
Bei einem Foto-Special nehmen wir uns Zeit für Verhalten, Bildserien und Geschichten hinter den Motiven.
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